
BJV-Kreisgruppe Oberviechtach
Hegeschau 2026 – eine Bilanz …
Die mit rund 120 Teilnehmern und Gästen am Samstag-Abend, 11. April 2026 gut besuchte Hegeschau der Kreisgruppe in der Grundschule Schönsee wurde in bewährter Form durch die Grußworte von 1. Bgm. Reinhard Kreuzer (Hausherr) und stellvertr. Landrätin Fr. Birgit Höcherl eröffnet.
In einem ersten Redebeitrag nützte der zum 01.07.2025 neu ernannte Leiter des Forstbetriebs Flossenbürg, FD Stefan Wimberger die Chance, sich der Jägerschaft im Altlandkreis vorzustellen:

Als Verantwortlicher für 16000 ha Staatswald und als versierter Hundeführer (Weimeraner) möchte er gerne das gesamte Spektrum der Jagd (Waldbewirtschaftung, Hege, Naturschutz, Wildtiermanagement, Brauchtum, Geselligket, Gewinnung von Wildbret) im Auge behalten. Mit der Jägerschaft möchte er daher auf Augenhöhe zusammenarbeiten und in einen konstruktiven Dialog treten.
Im Anschluss nützte Hr. Markus Gregori, Vorsitzender der ARGE Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband – Schwandorf die Gelegenheit für ein Grußwort, wies auf die Chance des vorverlegten Jagdbeginns (16.04.) auf Böcke und Schmalrehe gerade auf Waldstandorten hin und bot Jagdgenossen und Jägern die Beratung der ARGE in Fachfragen an.
Darauf folgend stellte sich und ihr Anliegen erstmals die neue Leiterin des AELF Schwandorf Fr. FDin Regina Härtl vor:

Die im Zehn-Jahres-Turnus stattfindende Waldinventur hätte den hohen Nadelholzanteil von 78% im Landkreis bestätigt. Besonders die Kiefer sei eine leidtragende Baumart der zurückliegenden Hitzesommer, stellenweise (Naabtal) sei sogar ein Ausfall dieser standorttypischen Baumart festzustellen. Fr. Härtl verwies auf neue waldbauliche Fördersätze (z.B. die Naturverjüngungsprämie von 1300,- € / ha) und betonte die entscheidende Rolle der Jagd beim anstehenden Umbau hin zu mehr durchmischten Wäldern.
Kreisgruppenvorsitzender Alexander Flierl ließ es sich nicht nehmen sich im Anschluss beim scheidenden Leiter des AELF, Hr. FD Alwin Kleber herzlich für die konstruktive und stets wohlwollend-kritische Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zu bedanken. Der übergebene Rucksack für den Ansitz mit schmackhaften Dingen, aber auch einer guten Lektüre (B und B = Buch und Brotzeit) kam sichtlich gut an:

Ein jagdpolitisches Resumee des Kreisgruppenvorsitzenden zur zurückliegenden Jagdgesetzgebungsrevision schloß sich an. Maximalforderungen seien vermieden und das Gesetz in einem praktikablen Guß ausgestaltet worden. Positiv seien die Anerkennung der Wildtierart Wolf als nicht mehr gefährdet und ein Sich-in- Bewegung-setzen hin zu einem wegweisenden Problemmanagement mit dem Grossprädator.
Dem gegenüber sei das derzeitige Fischottermanagement ein Trauerspiel. Die Schäden in der Fischereiwirtschaft hätten sich in den vergangenen Jahren auf eine Gesamtsumme von 2,3 Mio Euro verdreifacht. Eine belastbare und rechtssichere Lösung sei bislang nicht in Sicht.
Breiten Raum nahmen schließlich die informativen Ausführungen des Leiters der Unteren Jagdbehörde Schwandorf, Hr. Gerhard Domaier ein.

In der jagdlichen Verwaltungslandschaft (57 Eigenjagdreviere = 10.700 ha, 192 Gemeindejagdreviere = 100.000 ha und 32 Staatsjagdreviere = 22.000 ha) seien mit der zurückliegenden Neuaufstellung des Dreijahresabschussplanes 115 Abschusspläne bestätigt und 166 festgesetzt worden. Der Gesamtabschuss des Rehwilds sei dabei insgesamt um 15,83 Prozent erhöht worden.
Gemeindejagdreviere, die sich für die freie Ausgestaltung des Abschlussplanes entscheiden wollten, bekämen dazu eine Fristverlängerung. Bislang hätte sich aber keines der Gemeindejagdreviere dafür entschieden.
Kritisch kann es für Jagdpächter werden, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Abschussplan-Perioden von der Verbissbelastung her mit „rot“ eingestuft würden. In einem solchen Fall könnte der Abschuss angeordnet werden.
Ebenfalls spannend war die Information, dass der Wolf grundsätzlich im Jagdrecht vom 01.11. bis 30.06. eines jeden Jahres geschont sei.
Kreisjagdberater Günter Hofmann referierte schließlich über die Streckenentwicklung bei den verschiedenen jagdbaren Tierarten im Landkreis:

Die Rehwildstrecke hätte sich mit 6900 Stücken erneut erhöht, allerdings sei dabei ein Fallwildanteil (Straßenverkehr) von 17% eingerechnet. Ebenfalls erhöht hatte sich im vergangenen Jagdjahr die Anzahl des erlegten Schwarzwilds (1562) und der Füchse (2628). In diesem Zusammenhang konnte Kreisgruppenvorsitzender Alexander Flierl bestätigen, dass die bayerische Abschussprämie für Schwarzwild im Landkreis auch im laufenden Jagdjahr im selben Umfang beibehalten wird.
Summa summarum: Die Teilnehmer konnten an dem informativen Abend nicht nur die ausgestellten Gehörne bewundern und ihren Wissenshunger stillen.

Der angebotene Wildschweinleberkäse und die Wildschweinwürste taten zusammen mit einem erstklassigen Kartoffelsalat ein Übriges.
Als „Nachspeise“ erfreuten die Jagdhornbläser der Kreisgruppe mit vielfältigen Hornsignalen und dem guten Humor von Hornmeister Stefan Vogl die Gäste.
Ein herzlicher Dank an alle fleissigen Helferinnen und Helfer !
